Rich Client Platform – Grundlagen

Rich Client Platform – Geschichte

Die Rich Client Platform ist ein Open-Source Framework welches heutzutage in vielen Projekten sowie Firmen wiederzufinden ist. Im November 2001 veröffentlichte IBM den Quellcode von Eclipse welches zunächst als Nachfolger von „IBM Visual Age for Java 4.0“ galt. Drei Jahre später wurde Eclipse anschließend eigenständig als die „Eclipse Foundation“ gegründet.
Die Entstehung der Eclipse IDE, welche für unterschiedlichste Programmiersprachen tätig sein kann, galt in erster Linie der größten Popularität als Java-IDE. Da Eclipse als Tool-Plattform dient, ist die Erweiterung durch Plug-ins jederzeit möglich. So können Anwendungen ohne großen Umstellungsaufwand in verschiedene Programmiersprachen entwickelt werden. Auf diese Weise bietet Eclipse die Grundlage, Rich Clients über die Rich Client Platform zu entwickeln. Das beste Beispiel einer Rich-Client Anwendung ist wohl die Eclipse-IDE.
Durch das sogenannte Hot Plugging ist es möglich geworden, Bundles im laufenden Betrieb auszutauschen. Der Server oder auch der Client, muss also nicht mehr neu gestartet werden um neue Plug-ins zu installieren. Dieses Verfahren ist dank der standardisierten Ablaufumgebung OSGi möglich. Bei der Entwicklung von Rich Clients greift OSGi hierbei auf das Framework Equinox zurück.

RCP im Einsatz

Die Anwendungen von Rich Client Applikationen finden sich heutzutage vermehrt auf persönlichen- und Firmencomputern wieder. Oftmals ist dem Anwender gar nicht bewusst, dass er eine solche Anwendung ausführt, da sie in ihrem nativen Look fast überhaupt nicht mehr von „normalen“ Anwendungen zu unterscheiden ist. An dieser Stelle möchte ich kurz die Beispielanwendung RSSOwl vorstellen.

RCP Beispielanwendung RSSOwl

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RSSOwl sammelt die Daten sogenannter RSS Feeds und stellt sie in einer überschaubaren Übersicht bereit. Dies ermöglicht es dem Anwender, viel Zeit beim stöbern der favorisierten Websites zu sparen, da alle News bereits über den RSSOwl in der Vorschau betrachtet werden können. Ist ein Beitrag für den User von Interesse, reicht ein Klick auf den Titel um auf den vollständigen Artikel verlinkt zu werden. Wie bei vielen Applikationen lässt sich auch hier die grafische Benutzeroberfläche
schön ersehen. Detailliert betrachtet gibt es die allgemeine Menübar, die darunter liegende Toolbar sowie zwei Views, wobei die Hauptview rechts, durch verschiedene Tabs unterteilt ist (nähere Erläuterung der grafischen Oberfläche folgt in dem Rich Client Platform Architektur Artikel).
Eine Liste weiterer Open Source RCP Projekte ist unter: http://www.eclipse.org/community/rcpos.php zu finden.

Rich Client Platform Besonderheiten

Was macht RCP zu etwas Besonderem? Bereits in der Entstehungsphase eines neuen Produktes bleibt durch die starke Modularisierung durch Plug-ins die Menge an Quellcode sehr überschaubar. Dies erleichtert zum einen die Wiederverwendung von bereits vorhandenem Quellcode und hält zum anderen die Größe der Anwendung schlank. Das Programm wird zunächst einmal entwickelt und kann vor der Veröffentlichung als Ausführungsdatei in Windows, Linux oder anderen Betriebssystemen kompiliert werden.
Des Weiteren ist es mit Sicherheit die gewohnte Arbeitsoberfläche jedes Programmes, die das Arbeiten angenehmer gestaltet. Durch die Verwendung des Standard Widget Toolkits, welche auf die nativen Benutzeroberflächen zurückgreift, hat der Anwender das Gefühl, als würde er stets mit einer „normalen“ Anwendung beschäftigt sein. Dies macht eine RCP Anwendung zugleich Betriebssystemunabhängig.